King Kong 210 GT RTF – Erfahrungsbericht

Als passioniertem Oldschool-Modellbauer sträubte sich schon ein großer Teil in mir, bevor ich mich überwinden konnte den “Kaufen”-Button im bekannten chinesischen Online-Versandhandel “Banggood.com” zu drücken um dieses RTF Komplettset mit der Bezeichnung “King Kong 210 GT RTF” zu bestellen.

Da ich mit dem Modellflug zu einer Zeit begann in der man nach der Bestellung eines neuen Fluggeräts lediglich einen großen Pappkarton mit Balsa- und Sperrholzteilen nach Hause geschickt bekam, wirkte die Idee ein komplett fertiges Flugmodell zu einem eigentlich spottbilligen Preis, komplett fertig montiert und bereit zum Abheben zu kaufen, sehr befremdlich für mich. Es stellte sich heraus, dass es manchmal Sinn macht über seinen eigenen Schatten zu springen wie man folgendem Erfahrungsbericht entnehmen kann.

Zunächst sei erwähnt, dass der King Kong 210GT mein erster ernstzunehmender Quadrocopter ist. Zuvor absolvierte ich die ersten Flugminuten mit einem Micro-Indoor-Quad um 30 Euro. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass diese, eigentlich als Kinderspielzeug gedachten Microcopter nicht nur super sind um die grundlegende Steuerung eines Multicopters zu erlernen, sondern auch extrem viel Spaß machen.img_1943

Um meine Fähigkeiten noch etwas zu steigern und die relativ lange Wartezeit zu überbrücken, übte ich das Copterfliegen außerdem auch noch an verschiedenen Modellflugsimulatoren, was mich recht gut auf das eher nervöse Flugverhalten eines Racecopters vorbereitete.

Nach ca. 3 Wochen (Expressversand) erreicht mich dann das sehnsüchtig erwartete Paket von banggood. Die Verpackung ist sehr ordentlich ausgeführt und die Überverpackung sogar mit einer zusätzlichen Schicht Schaumstoff versehen, sodass mich der Produktkarton in einwandfreiem Zustand erreicht.

Nach dem Öffnen der Verpackung kommt einem ein gut verpackter Copter inklusive 2,4 GHZ Sender, Ladegerät, 20 Stk. Ersatzprops, etwas Klettband, einigen Kabelchen und sonstigen Kleinteilen entgegen. Der Copter selbst macht auf mich einen sehr hochwertigen Eimg_1944indruck. Beim Assembling wurde da wirklich ganze Arbeit geleistet – Alle Kabel sind ordnungsgemäß verstaut, die Antennen sauber mit Kabelbindern an den dafür vorgesehenen Ausnehmungen fixiert, und alle Komponenten miteinander verbunden. Der Carbon Frame hat eine Dicke von 3 mm (Untere Platte) und wurde offensichtlich aus einer Platte Carbon in einem Stück CNC-gefräst (Monoframe).

Was mir gleich zu Beginn auffällt ist die etwas eigenartige Dimensionierung der Spacer zwischen oberer und unterer Platte. Hier kommen M 2,5er Schrauben zum Einsatz und die Spacer selbst sind aus Kunststoff. Es empfiehlt sich schon vor dem Erstflug alle Spacer auszutauschen auf M3 Aluminiumspacer (im Foto grün), da die Plastikspacer dazu neigen auszubrechen (Schraubenfix nicht vergessen!). Hier also ein kleines Manko an der Verarbeitung.

Genial ist die fertig verbaute FPV Kamera  (32CH Raceband 600 mW) inkl. Sender und Mushroomantenne. Die Kamera hat noch eine zusätzliche Plastikschutzkappe auf der Linse um Kratzern beim Fliegen auf Sicht vorzubeugen. Außerdem besitzt die Mushroomantenneimg_1945
werksseitig einen Silikonschutz – sehr ordentlich! Es sei erwähnt, dass der Betrieb eines FPV Senders in Österreich bis max. 25 mW Sendeleistung erlaubt ist.

Die Kombination von 20 A ESCs und 2300 KV Motoren (2-4S) verspricht (gerade für einen Anfänger) mehr als genügend Power.

Außerdem hat im 210 GT der bewährte CC3D Flightcontroller Platz gefunden, welcher kinderleicht mit der einfach zu bedienenden Software “Librepilot” geflasht werden kann. Für Piloten die bereits an diesem Punkt wissen, dass Sie genauere Einstellmöglichkeiten beim Setup des Copter wünschen, bietet Banggood für ein paar Dollar Aufpreis das RTF Set auch mit dem SP Racing F3 Flightcontroller an, welcher mit der Software “Cleanflight” (erhältlich im Google Chrome Appstore) geflasht wird (nicht ganz so anfängerfreundlich wie Librepilot).

Eine umfangreiche Anleitung zum erstmaligen flashen eures Copters mit Librepilot findet ihr in Kürze auf acromode.at unter der Rubrik “Anfängertipps”.

Neben all den Komponenten  war auf dem 210er Frame auch noch Platz für eine LED Leiste in rot, was besonders am Anfang sehr förderlich für die Lageerkennung ist.

Punkteabzug gibt´s bei den mitgelieferten Props: diese sind vom Material her recht spröde, img_1947brechen leicht und können die Leistung der Motoren nicht richtig umsetzen. Für den Anfang eine willkommene Entschärfung, aber spätestens nach der Eingewöhnung rate ich dringend zu vernünftigen 3- oder 4-Blatt Props (meine habe ich im hiesigen Fachhandel besorgt: http://shop.hobby-factory.com/), da diese wesentlich besser mit den Motoren harmonieren und spürbar mehr Schub bringen.

Nun zum Sender: optisch macht der Sender einen sehr billigen Eindruck – er ist leicht (was für einen Handsender ja eher ein Vorteil ist) und besitzt einen Schacht für handelsübliche AA Batterien. Neben meiner Multiplex Profi MC 3030 aus längst vergangenen 35 Mhz-Zeiten sieht der Sender von der Marke mit dem schillernden Namen “Fly-Sky” natürlich recht lächerlich aus. Nach dem Einlernen auf den Empfänger und den ersten paar Flügen gewöhne ich mich aber sehr schnell an den Spielzeugsender und werde sogar vom Pultsenderverfechter zum Handsenderfreund.

Die Fly-Sky FS i6 ist ein 2,4 GHZ 6 Kanal Sender mit 20 Modellspeichern für Copter- und Flächenmodelle. Das relativ große Display erleichtert die Navigation durch die Menüs. Auch eine Lehrer-Schülerbuchse hat das gute Ding. Ein separater Bericht für den Sender folgt noch.

Im RTF-Set ebenfalls enthalten ist ein 3S LIPO-Pack mit 1300 mAh (25C – absolut ausreichend für das Setup) und XT60 Anschlussbuchse und ein Ladegerät welches dem Begriff img_1946“Superzeitlupentempo” eine ganz neue Bedeutung gibt. Da der Ladevorgang ausschließlich über den Balancerstecker erfolgt (welcher sehr dünne Kabel hat) dauert dieser eine gefühlte Ewigkeit (ca. 4 Stunden bei 1,5 A Ladestrom). Ein vernünftiges Schnellladegerät sollte also trotz Komplettset fix auf der Einkaufsliste mit eingeplant werden.

 

Hier nun eine kleine “Vorabeinkaufsliste” mit der ihr euer King Kong 210 GT RTF Set alltags tauglich macht:

  • 35mm Spacer Aluminium M3, 6 STK
  • 12 Stück M3 Schrauben 15mm lang
  • vernünftiges LIPO Ladegerät + Ladekabel XT 60
  • 2-3 Sätze 3 Blatt Propeller
  • 1-2 LIPOS 1800 mAh (25C reichen absolut aus)

 

Gemeinsam mit dem RTF Set + Zoll + Steuern schlägt sich der kleine Quadrokopter somit insgesamt mit ca. € 350 zu Buche. Trotz RTF ist beim Kaufpreis für das Set also noch nicht Schluss.

In der Luft:

Nachdem meine Erfahrungen mit Coptern bis dato eher theoretischer Natur waren interessiert mich natürlich brennend wie ich mit dem kleinen Geschoss zurechtkomme. In einigen Youtube Videos schien die Power des Aufbaus schon ganz enorm zu sein, aber um die Wahrheit herauszufinden hilft nur eins: in die Lüfte damit.

Nach ein paar Funktionschecks im Schwebeflug, die der Kleine ohne Probleme absolviert, fange ich langsam an die Nase immer weiter nach unten zu drücken (Klarerweise im Leveled Mode) und Gas zu geben. Ein kurzer Testlauf mit Vollgas zeigt mir, dass der Speed in diesem Setup keinesfalls unkontrollierbar ist, auch nicht für einen Anfänger wie mich. Eines fällt aber schon auf: 210mm Diagonale sind nicht sehr viel – man fliegt also einen kleinen Kopter und die Sichtgrenze ist relativ schnell erreicht. Gerade anfangs, beim Sichtflug in höherem Abstand zum Boden, muss man aufpassen die Lage des King Kong noch richtig einschätzen zu können.

Nach einigen Tagen im Leveled Mode mit Serienprops will ich es dann wissen: was geht wirklich mit 3s? Ein Satz 3-Blattprops und der Rated Mode sollten es mir verraten. Mit den neuen Props hat der Quad um einiges mehr Leistung, der Speed steigt spürbar und das Ansprechverhalten des Gasknüppels verbessert sich. Plötzlich scheint die Idee auf 4s umzusteigen um ein Leistungsplus zu erhalten in weiter Ferne.

Der CC3D FC macht brav das, was er machen muss. Der Copter bleibt in den ersten beiden Flightmodes unbeeindruckt von Wind aus diversen Richtungen und verpatzten Flugmanövern wie ein Fels in der Brandung in der Luft stehen. Natürlich hat der Quad kein GPS, also den Copter in der Luft abstellen und mal eben Facebook Status aktualisieren ist nicht drin, aber für einen quirligen, schnellen Racecopter fliegt er überaus stabil ohne ausbrechen zu wollen.

Nach einer Woche 3 Akkus pro Tag fliegen taste ich mich langsam an Hindernisse heran. Diverse Tore, Volleyballnetze und Spielplatzgeräte stellen die Stabilität meines Copters auf die Probe. Auch die ein oder andere Luftkollision mit meinen Kollegen ist dabei:

 

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Kein Problem für den kompakten Monoframe. Hier Spielt der 210er Frame seine Stärken aus. Die kompakte Bauweise verhindert langes herumschrauben am Flugplatz, vorausgesetzt die Plastikspacer wurden durch Aluspacer ersetzt.

Inzwischen ist mir der kleine ans Herz gewachsen, die Kurven werden flüssiger, die Tore immer schneller durchflogen und auch die Geschwindigkeit nimmt bei jedem Flug zu. Demnächst wird sicher auch die FPV Funktion getestet doch leider fehlt mir dazu noch entsprechender Empfänger.

 

FAZIT

Mit dem King Kong 210 GT sind Einsteiger wirklich gut beraten. Zwar bleibt es nicht bei den, auf banggood propagierten rund 240$, da auch Zoll bezahlt werden muss und für den sorglosen Gebrauch noch ein paar Zubehörteile fällig werden, aber trotzdem kauft man mit dem kleinen Quad um rund 350€ (Alles in Allem) ein absolut komplettes, solides Anfängerset mit Zukunftsperspektive, da die FPV Anlage fix fertig montiert ist und der Copter auch mit 4s geflogen werden kann.

Pros:

  • Super Preis-Leistungsverhältnis
  • FPV bereits fertig installiert
  • solide, kompakte Bauweise
  • RTF – kein langwieriges Herumschrauben, auspacken, flashen, fliegen
  • Massig Leistung mit den richtigen Props

 

Cons:

  • lange Lieferzeit
  • Spacer aus Kunststoff
  • Ladegerät sehr mühsam
  • Props verbesserungswürdig

 

 

 

 

 

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