LHI 220-RX Frame: unsere Erfahrungen mit dem “Prime-Copter”

 

Nach einer langen, von mangelnder Freizeit verursachten, Zwangspause konnten wir wieder ein neues Projekt starten und nahmen den LHI 220-RX für euch unter die Lupe.  Die Umstände machten uns die Entscheidung leicht: Im Gegensatz zu den meisten Rahmen flattert dieser hier dank “Prime”-Lieferung nach wenigen Tagen ins Haus. Der Rahmen ist auf Amazon zu finden und überzeugt nicht nur mit seiner extrem kurzen Lieferzeit.

Zunächst ist anzumerken, dass unsere Wahl aus gutem Grund auf den LHI 220-RX fiel: das Design ähnelt jenem einiger bekannter Edel-Frames und das bei einem Bruchteil des Preises. Um € 30,- inkl. Versand bekommen Amazon Prime Mitglieder folgendes Package:

1x Carbonframe LHI 220-RX

1x PDB Matek

1x XT 60 Connector

1x Kabelsatz für XT60

1x Kabelbindersatz

1x Frameschrauben

1x Plastikspacersatz für PDB und FC

 

Ankunft

Nach wenigen Tagen bringt der Paketdienst ein nettes Päckchen mit einem sauber verarbeiteten Carbon-Frame und oben genannten Einzelteilen. Die Materialstärken zeigen sich wie folgt: 4 Arme mit 4mm Stärke, eine Topplate mit 2mm Stärke sowie eine Bottomplate und eine Verbindungsplatte für die Verbindung zwischen Armen und Bottomplate und 2 Platten für die Montage der Kamera in der selben Stärke. Die Kanten sind sauber, aber nicht abgerundet oder versiegelt – bei sehr harten Crashs auf Beton oder Asphalt ist also mit einer teilweisen Delaminierung zu rechnen, worüber man angesichts des niedrigen Preises durchaus hinwegsehen kann.

Auch die Liste der übrigen Kleinteile ist absolut in Ordnung – zwar ist sie recht überschaubar, aber alle Teile die unmittelbar mit dem Frame zu tun haben sind vorhanden. Einzig das Matek-PDB haben wir gleich im Vorhinein in die Ersatzteilkiste verbannt, da unsere Erfahrungen mit diesem Board nicht die besten sind.

Aufbau

Für unseren 220-RX haben wir folgendes Setup ausgewählt:

Flightcontroller: Naze 32 Rev6

PDB: Spektrum PDB 5V/12V (hobbyfactory)

ESCS: FVT Little Bee Pro 20a

Motoren: Racerstar BR2205 2600KV

Kamera: Runcam Swift 2 mit Fisheyelinse

VTX: 25mw Sender und entsprechende Mushroomantenne aus der Restlkiste 🙂

 

Mit diesen Komponenten lässt sich ein kostengünstiges Quad aufbauen, welches vielleicht nicht am letzten Stand der Technik ist, aber doch eine solide Leistung liefert.

Vorausgesetzt alle Komponenten sind vorhanden und funktionieren ordnungsgemäß geht der Aufbau sehr flott von statten. Der Korpus des 220-RX bietet reichlich Platz für alle Komponenten. Wer einen 4 in 1 -ESC bevorzugt findet auch dafür mehr als genügend Platz im großzügigen Rumpf des Copters. In unserem Fall klafft sogar eine große Lücke im hinteren Bereich, welche noch Platz für die Unterbringung weiterer Bauteile bieten würde.

Die Befestigung der Kamera erfolgt zwischen 2 Carbonplatten welche eine einfache Verstellung des Kamerawinkels erlauben und den Rahmen noch zusätzlich torsionssteifer machen – eine saubere Lösung! Zu erwähnen ist auch, dass die Runcam 2 direkt an den Akku angeschlossen werden kann, da sie sehr hohe Volt-Zahlen verträgt. Darüber hinaus zeigt die Kamera die aktuelle Akkuspannung und die Flugzeit im OSD an, wenn diese direkt angeschlossen wird.

Nach dem Binden des Empfängers (in unserem Fall der FSia6 Receiver für unsere Billigfunke) kommen die üblichen weiteren Schritte. Die Kalibrierung und Richtigstellung der Drehrichtung der ESCS erfolgt am Besten mit der BL-Heli-Suite (bei diesem Copter haben wir uns übrigens einen Ortungspiepser erspart und stattdessen diesen kleinen Trick angewendet: https://www.youtube.com/watch?v=-3XU6Hvm3Y8). Nachdem die ESCS korrekt eingestellt sind können die übrigen Einstellungen in Betaflight erfolgen (natürlich muss der Naze vorher noch entsprechend geflasht werden – Youtube hilft). Aufgrund mangelnder Geduld entschieden wir uns dafür den Copter vorerst mit den Default-PIDs von BF zu testen, nur die Rates und Expo wurden etwas modifiziert:

 

 

Um die ESCs vor verbogenen Props zu schützen folgten wir dem Rat von Mr. Steele: ein paar alte Props, mit der Zange zurecht geschnitten ergeben gemeinsam mit einem Kabelbinder einen super Schutz für die Regler. So ist die Wahrscheinlichkeit die ESCs samt Kabel abzureissen gleich um einiges niedriger.

Zu guter Letzt kümmerten wir uns noch um die Befestigung des Lipos: dafür sind 2 Schlitze an der Topplate vorgesehen – dafür einen Daumen hoch von uns – die Befestigung des Lipos mit 2 Straps ist wesentlich widerstandsfähiger und hält den Akku am Rahmen, denn ohne Strom hilft auch der lauteste Ortunspiepser nichts. Leider sind die Schlitzungen in der Topplate relativ schmal und so müssen wir die Straps seitlich etwas stutzen um sie ordentlich hineinzubekommen.

Die Verbindung vom LIPO zum PDB haben wir seitlich ausgeführt, da so eine Kollision der Props mit dem Kabel am unwahrscheinlichsten ist und die Stromzufuhr schön kurz gehalten werden kann, was weniger Widerstand und bessere Leistung zur Folge hat.

Bei den ersten Probeflügen verhält sich der Copter sehr unproblematisch und die Default PIDs von BF scheinen recht gut zu passen. Lediglich ein leichtes Abdriften bei starken Gasschüben linderte den Spaß. Ein bisschen mehr “I” für Pitch und Roll  änderte das aber sehr schnell.

Über die Stabilität des Rahmens können wir noch nicht allzu viel sagen, da wirklich harte Abstürze bis dato ausgeblieben sind, aber “normale” Crashs hat der Rahmen ohne Probleme weggesteckt (die nur 2mm dicke Verbinderplatte unten hatte uns Anfangs ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet).

 

 

Fazit

Alles in allem bekommt man für sein Geld einen ordentlichen Rahmen der massig Platz bietet und gut verarbeitet ist. Der größte Vorteil liegt eigentlich in der kurzen Lieferzeit von 1-2 Tagen für Prime-Mitglieder und dem Gratisversand. Der Preis von € 30,- scheint angemessen, auch wenn man sich keine Wunder erwarten sollte.

 

Was spricht dafür:

  • schneller Gratis Versand
  • günstiger Preis
  • massig Platz im Rahmen
  • Durchdachtes Design

Was spricht dagegen:

  •  weiche Schrauben im Lieferumfang – am Besten gleich anfangs austauschen
  • PDB von Matek Geschmackssache (haben damit keine guten Erfahrungen)
  • recht dünne Top und Bottomplates

 

NACHTRAG:

Da wir den LHI nun auch ausgiebig im Flugalltag testen konnten können wir nun auch von den Schwachstellen des Rahmens berichten. Eines vorweg: die Arme sind superstabil und unserer Erfahrung nach so ziemlich das letzte Teil das getauscht werden muss. Dafür hat sich die Top und Bottomplate als unterdimensioniert herausgestellt. Bei sehr harten Crashs tendieren diese zu brechen, und das an verschiedensten Stellen, allen voran der Fortsatz für die Antennenbefestigung, und bei einem unserer LHI´s auch genau in der Mitte der Topplate. Die Kamerahalterung aus Carbonplatten ist zwar super praktisch, hüpft aber auch schonmal gerne aus der Nut bei harten Crashs (dabei wird nichts beschädigt, aber es nervt)

Das allergrößte Manko ist aber definitiv das Fehlen von Ersatzteilen: über Amazon haben wir keine Möglichkeit Ersatzteile für den LHI nachzubekommen. Will man den Rahmen nach einem Bruch also weiterhin fliegen so muss man ein komplettes Set kaufen – was bei einem Preis von € 30,- zwar nicht gänzlich unwirtschaftlich, aber doch schade um den Aufwand ist.

 

 

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