Ist FPV illegal?

Ein heiß diskutiertes Thema ist die rechtliche Lage in Österreich zum Thema Drohnen schon lange. Da sich die Sache bei auch bei näherer Betrachtung als recht komplex darstellt haben wir versucht das Ganze mal unter die Lupe zu nehmen und auf Racecopter-Piloten zugeschnitten abzubilden.

Ist die Gesetzgebung wirklich so unklar? -Nein. grundsätzlich nicht. Für den Standard-DJI-Piloten der hübsche Luftaufnahmen vom eigenen Garten oder der tollen Urlaubslandschaft machen will ist die Sache ganz klar: ohne Genehmigung kein Betrieb, solange das Fluggerät über 79 Joule Bewegunsenergie bei einem freien Fall aus 30m erzeugt (das entspricht ungefähr einem Gewicht von 250g). Aber auch wenn das Fluggerät unter dieser Grenze bleibt darf aus Datenschutzgründen keine Videoaufzeichnung ohne Genehmigung erfolgen und die maximale Flughöhe beträgt 30m.

Wir wollen hier nicht näher auf die Rechtslage für Fotodrohnen eingehen, denn unsere Obsession ist eine andere. Nur schnelle Turns, enge Gaps und endlose Orbits bringen unser Blut in Wallung. Was sagt der Gesetzgeber also zu einer FPV-Racedrohne die nicht zur Videoaufzeichnung gedacht ist, sondern zu einem rein sportlichen Zweck?

Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein Flugmodell (sofern das Gewicht über 250g und/oder die Bewegunsenergie mehr als 79 Joule beträgt). Der Betrieb von Flugmodellen wird im Luftfahrtgesetz §§24c geregelt und besagt im wesentlichen, dass diese im Umkreis von max. 500m vom Piloten und ausschließlich unentgeltich betrieben werden dürfen. Im Jahr 1975, als das Gesetz geschrieben wurde dachte wohl noch niemand an die Möglichkeit über eine Immersionsbrille quasi im Flugmodell zu sitzen – damals war so etwas Science-Fiction 🙂 Daher beziehen sich alle Angaben auf den BETRIEB AUF SICHT!!!

Bedeutet dass, ich darf meinen 250er Copter nur auf Sicht fliegen? – Grundsätzlich ja. Aber es gibt ein “Workaround”: Der Einsatz eines “Spotters”, also einer Person die neben dem Piloten steht (welcher mit FPV Brille fliegt) und den Flug mitverfolgt um den Piloten ggf. zu warnen macht den Flug sozusagen zum Sichtflug – ergo fällt der Copter in diesem Moment in die Kategorie “Flugmodell bis 25kg laut LFG” und der Betrieb ist (solange der Live Feed in der Brille nicht aufgezeichnet wird, niemand gefährdet wird, nicht über besiedeltem Gebiet geflogen wird, etc.) legal.

Das bedeutet: solange du einen Spotter dabei hast (der während dem Flug auf deinen Copter schaut) bist du auf der sicheren Seite, da du ein herkömmliches Flugmodell betreibst. Wenn du alleine bist musst du deine LOS – Skills auspacken um auf der legalen Seite zu bleiben.

Konntest du deinen Kumpel nicht überreden mit dir zu kommen um stundenlang sinnbefreit in den Himmel zu starren? – dann packst du am besten den Micro unter 250g Gesamtabfluggewicht ein – denn dieser gilt vor dem Gesetz als Spielzeug und darf auch ohne Spotter betrieben werden, solange du den Live Feed der FPV Cam nicht aufnimmst.

Zu guter Letzt bleibt zu erwähnen, dass man besonders in einem Sport wie unserem eine Art Sprachrohr zur Aussenwelt ist. Obwohl das Hobby immer populärer wird schauen die meisten Menschen immer noch sehr verwundert wenn Sie einen Copterpiloten mit Fatshark am Kopf sehen. Viele Menschen finden den Gedanken unheimlich, dass da jemand ist der mit seiner “bösen Drohne” überall hinfliegen und die Spaziergänger bei der Pinkelpause im Gebüsch filmen kann. bleib freundlich und hab Nachsicht – Unbekanntes hat immer schon Ängste bei den Menschen hervorgerufen – wenn jemand euch darauf anspricht erklärt den Leuten worum es geht – lasst sie doch mal durch eure Brille gucken, während ihr eine Runde LOS fliegt und ihr werdet sehen, das räumt in den meisten Fällen alle Zweifel aus.

Ein wichtiges Thema ist natürlich auch der gute alte “Hausverstand” – Unsere Copter sind LAUT.  SEHR LAUT. Und was Musik in unseren Ohren ist nerviges Gesumse in den Ohren von Anrainern – daher ist es wichtig sich schon im Vorfeld zu überlegen ob jemand vom Drohnenlärm gestört werden könnte, ob ich Gefahr laufe fremdes Eigentum zu beschädigen, und ganz besonders ob ich Personen gefährde (Stichwort Kinder am Spielplatz). Nur so können wir gewährleisten, dass unser Sport auch künftig legal bleibt. Eine Versicherung sollte ebenfalls unbedingt abgeschlossen werden – passieren kann bekanntlich immer etwas. Hier der Link zur Modellflugversicherung vom österreichischen Aero-Club, damit bist du auf der sicheren Seite!

In diesem Sinne – Fly on 🙂

Liebe Leser, bitte beachtet, dass diese Angaben  keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit erheben. Bitte informiert euch im Zweifelsfall selbst nochmal. Alle Gesetztestexte findet ihr zB auf jusline.at.

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