Not another Hawk5 Review…

Der Emax Hawk5 ist in diesem Jahr wohl der VW Golf unter den RTF Racequads – so ziemlich jeder hat einen daheim – dementprechend viele Reviews gibt es auch über den € 210,– Komplettcopter von Emax. Genau aus diesem Grund möchte ich mich dieses Mal kurz halten und nicht nur auf all die positiven Eigenschaften eingehen, sondern versuchen ein paar Macken die der Copter so hat zu interpretieren und zu verstehen. Wer wider Erwarten noch keinen Hawk5 daheim liegen hat kann in diesem Bericht auch erfahren welche Indikatoren für oder gegen einen Kauf sprechen.

Kommen wir gleich zu allererst zur Zielgruppe: Richtet sich dieser RTF Racer an den Einsteiger? Ich denke nicht. Beim Gedanken einem Neuling dieses Gerät in die Hände zu geben kommt mir trotz perfekt getunten PIDS und fix fertig aufgebautem Copter die Gänsehaut. Ich denke für einen Anfänger hat das Quad zu viel Dampf unter der Topplate. Die 30A Escs in Kombination mit den Emax LS2206 2300 KV Motoren katapultieren den 5″ Copter mit 160 km/h in die Atmosphäre wenn man der Radarpistole von AndyRC trauen kann. Anfühlen tut es sich jedenfalls so. Ich kann mir vorstellen dass man mit dieser Beschleunigung als Neuling schnell überfordert ist.

Dann doch eher für Profiracer? Als Ersatzcopter eventuell – wobei ich bezweifle, dass ein ernsthafter Racepilot ein anderes Setup als auf seinem Lieblingscopter in Kauf nehmen würde.

Ich denke der Hawk5 eignet sich sehr gut für faule Feierabend-Racer die ohne viel Löterei ein sauber gebautes, schnelles Gesamtpaket haben wollen. Auch für erste Rennerfahrungen dürfte sich das Quad gut eignen wenn man zB bisher nur im Freestylebereich unterwegs war. Für die ausschließliche Benutzung als Freestyle-Rig finde ich die Maschine zu kraftvoll und drehfreudig, ausserdem saugen die 30A ESCS die Akkus erbarmungslos schnell leer. Der Preis ist jedenfalls absolut konkurenzfähig und die Flugleistungen hervorragend.

Nun möchte ich aber über die Schattenseiten sprechen, denn auch der Hawk5 ist bei weitem nicht der perfekte RTF Copter:

VTX: Emax verbaut im Hawk5 einen VTX der auf 200mW limitiert ist, mit der durchaus plausiblen Begründung, dass für einen Racetrack keine höhere Sendeleistung nötig ist. Bei massiveren Hindernissen wie zB Bäumen wird das Bild allerdings mit 200mW schnell unkenntlich. Schade, da gerade am Anfang Bäume und Sträucher gute Hindernisse darstellen um sich an die optimale Linie heranzutasten. Auch die serienmäßig installierte Linearantenne hat mich ein wenig enttäuscht. Diese schreit ganz laut: “der Produktdesigner wollte sich nicht mehr den Kopf zerbrechen über eine stabile Antennenbefestigungsmöglichkeit, darum hat er einfach eine lose herumbaumelnde Linearantenne montiert”. Noch trauriger der Versuch den Kunden mit 2 Stk Pagodaantennen zu besänftigen welche dem Paket beigelegt wurden – die Antennen sind linksdrehend und somit für den Großteil der Piloten welche RHCP Antennen verwenden nutzlos. Auch die Tatsache, dass es 2 Stück sind hilft nicht wirklich, wenn man mit Diversity Empfänger eigentlich insgesamt 3 bräuchte. Hier wurde offensichtlich gespart.

Kondensator: Die Platzierung des Kondensators am hinteren Ende ist zwar gut gewählt, trotzdem “baumelt” dieser relativ unmotiviert freischwebend dort herum, bis sich bei einem härteren Crash doch mal ein Ast einen Weg in den den Frame suct und diesen abreißt – das geht besser, Diatone zeigts vor!

Motorkabel: Die Kabel von den Motoren zu den ESCS sind gute 2 cm zu lang. Klar, dass man Kabel nie auf Spannung löten sollte, aber dieser “Überfüller” ist doch ein wenig zu viel des Guten. Mir erschließt sich kein vernünftiger grund für den Kabelsalat – vielleicht übersehe ich aber auch etwas.

Billiger Strap: im Lieferumfang enthalten ist auch ein Batterystrap in der Ausführung “Zerreissmich” – dieser wurde von mir prompt gegen ein gummiertes Exemplar getauscht um es dem Akku noch ein bisschen schwerer zu machen bei einem Crash zu “entwischen”

Kamera: die Foxeer Arrow Micro V2 wirkt für mich erstmal sehr gewöhnungsbedürftig, was sich sicher mit den richtigen Einstellungen ändern lässt. Die Werkseinstellungen sind jedenfalls extrem dunkel. Die Cam bietet einen recht geringen Weitwinkel von 150° was ja für Racing besser sein soll – dazu habe ich leider noch keine Vergleichswerte.

Mehr Negatives kann ich über den Copter allerdings nicht mehr sagen. Ich bereue den Kauf auch nach 2 Wochen Flugbetrieb kein bisschen. Der Schub ist enorm, auch ein paar Crashs hat das Teil schon ohne Probleme verkraftet. Der Factory Tune ist unglaublich gut – im ersten Moment fühlt sich der Copter an wie ein Simulator. Man muss dem Hawk5 eigentlich nur sagen in welche Richtung man möchte, er setzt es ohne zu zögern um und “carvt” dank leichtem Stretched-X mit einem gelassenem “Pfauchen” um die Kurve. Die Flugzeiten fallen relativ gering aus. Bei moderatem Flugstil erreiche ich mit 1500 mAh Akkus ca. 3,5 Minuten. Bei aggressivem Stil ist bei 2,5 Minuten Schluss.

 

Ich verschone euch mit den Technischen Daten, dem genauen Packungsinhalt und der Farbe der Mütze des Lieferanten, da diese und andere Spezifikationen bereits ausreichend in anderen Reviews diskutiert wurden und hinterlasse hiermit lediglich meine persönlichen Eindrücke und ein kurzes DVR Video: